Route der Erinnerung
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Einführung

Diese Route erinnert an die tragische Okkupationsgeschichte der Juden aus Bochnia. Sie beinhaltet 13 für Wahrnehmung des Ghettos und seiner ehemaligen Bewohner wichtige Punkte.

Mitte März 1941 traf das Besatzerregime die Entscheidung zur Einrichtung eines Ghettobezirkes für die jüdischen Bürger.

Dem Ghetto wurde ein Dutzend Straßen im Nordöstlichen Stadtteil angeschlossen: Kowalska, Niecała, Św. Leonarda, Solna Góra, Pod Lipką, Kraszewskiego, teilweise Kolejowa, Wojska Polskiego, Poniatowskiego und Trudna - ein Teil der Proszowska-Straße, Wygody und Krzeczowska bildeten sogenannte „gemischte Stadtviertel“.
Die Umsiedlung der Bevölkerung begann am 2. April 1941 und sollte nach drei Tagen abgeschlossen sein.

Innerhalb von zwei Ghettojahren - am 1. Januar 1943 wurde das Ghetto zu einem Arbeitslager umgewandelt - wurden hier ca. 15.000 Juden, von denen nur ein Teil aus Bochnia stammte, durchgeschleust. Den größten Teil bildeten von den Nazis aus Krakau und Umgebung vertriebene Juden und unter Zwang aus Ortschaften wie Brzesko, Krzeszowice, Mielec, Dębica und viele andere zwangsumgesiedelte Menschen.

In drei großen, von den Nazis organisierten Ausrottungsaktionen, welche Ende August 1942 (erste Aktion), November 1942 (zweite Aktion) und Anfang September 1943 (dritte Aktion) stattfanden, wurden über 14.000 Juden über eine „Evakuierung der Arbeitsfähigen“ in Konzentrationslager deportiert oder, wenn sie - Alte, Kranke und Kinder - nicht arbeitsfähig waren, sofort an Ort und Stelle oder später in den Wäldern der Puszcza Niepołomicka erschossen.

Lediglich einige hundert junge, arbeitsfähige Menschen wurden von den Nazis am Leben gelassen und nach Szczebnica evakuiert. Rund 150 Personen sollten das leere Ghetto ausräumen. Nach Beendigung der Aufräumarbeiten wurden auch diese nach Płaszów und andere Konzentrationslager abtransportiert.

Trudna-Straße 13

Hier befindet sich Bochnias Hauptsynagoge aus der Zwischenkriegszeit, erbaut zwischen 1932 und 1937. Während der Okkupationszeit wurde sie von den Nazis konfisziert und geschändet. Nach der Einrichtung der Arbeitswerkstätten befand sich hier eine Schreinerei.

Kraszewskiego-Straße

Mitte 1941 errichteten die Deutschen das jüdische Ghetto in Bochnia. Die gesamte jüdische Stadtbevölkerung wurde hierhin umgesiedelt. Ungefähr an dieser Stelle befand sich das Haupttor des Ghettos.

Gazaris-Platz

Von Juni 1941 bis 1943 waren die städtischen Werkstätten in Betrieb. In diesen Werkstätten wurden die Juden zur Zwangsarbeit gepreßt (ab der zweiten Hälfte des Jahres 1942 auch die polnische Bevölkerung). Die Werkstätten befanden sich an verschiedenen Stellen, unter anderem auch im damaligen Grundschulgebäude der Barbara-Radziwiłłówna-Schule (jetzt Wirtschaftshochschule) und im damaligen Arbeitshaus (jetzt Klub Syrenka). Hauptgebäude der Werkstätten war ein Mietshaus am Floris 3.

Ghetto-Appellplatz

Das Gelände hinter dem Warenhaus, zwischen Bracka und Kowalska, diente als Appellplatz, auf dem sich viele tragische Ereignisse abspielten. Anfang September 1943 trieben die Deutschen einige Tausend am Leben gebliebene Ghettobewohner zusammen und zwangen diese, hier bis zum nächsten Tag auf den Transport nach Auschwitz zu warten. Ein Teil der gesünderen Menschen wurde zum Arbeitslager in Sczczebnia deportiert. In der Nähe dieses Platzes wurden am 4. September 100 zufällig ausgewählte Personen grundlos erschossen, da die deutsche Bürokratie für die Aufräumarbeiten lediglich 150 statt der anwesenden 250 Personen vorgesehen hatte.

Niecała Straße 13

Hier befanden sich der Sitz des Judenrates, des Jüdischen Ordnungsdienstes und das Gefängnis, dessen Mauern stummen Zeugen der Folterung der jüdisches Volkes sind.

Hügel an der Straße Solna Góra boczna

Auf diesem Hügel wurden im September 1943 auf Befehl der Nazis die Leichen der im Zuge der Ghettoauflösung erschossenen Menschen verbrannt, darunter auch die Leichen der 100 am 4. September auf dem Appellplatz Ermordeten. An dieser Stelle wurden auch 200 Menschen erschossen, die die sich während der Aktion versteckt und nicht zum Transport gemeldet hatten.

Świętego Leonarda 2

Hier befand sich das Krankenhaus für die Gettoeinwohner. Am 25 August 1942 marschierten die Deutschen auf und befahlen den polnischen Zwangsarbeitern des sogenannten Baudienstes, die hier liegenden Patienten zusammen mit allen anderen Kranken, Kindern und Alten zum Puszcza Niepołomicka abzutransportieren. Dort wurden alle durch Schuß in den Hinterkopf getötet und in vorher vorbereiteten Gruben begraben (viele von ihnen noch lebendig). Auf diese Weise kamen mehrere Hundert Menschen um.

Galasa-Straße

Entlang der Straße verlief nach der zweiten Ausrottungsaktion am 10. November 1942 die Grenze zwischen dem nördlich gelegenen Ghetto „B“, bewohnt von Alten, Kranken und Kindern, und dem Ghetto „A“ für die Arbeitsfähigen. Am 1. Januar 1943 wurde das Ghetto „A“ in „Jüdisches Zwangsarbeitslager“ umbenannt. Die Bewohner des Ghettos „B“ vegetierten unter ständiger Deportationsgefahr. Beide Ghettoteile wurden Anfang September 1943 beseitigt.

Die alte Kaserne

Auf dem Gelände zwischen den Straßen Księcia Józefa Poniatowskiego, Wojska Polskiego und Świętego Leonarda lagen die Militärkasernen. Am 22. August 1942 trieben die Deutschen ca. 3000 Menschen auf dem Kasernenhof zusammen, die am 25 August 1942 in Güterwagen zum Konzentrationslager in Bełżec abtransportiert wurden. Unter diesen befanden sich die Juden des gesamten Landkreises Bochnia sowie die Ghettobewohner, die keine Arbeitsbestätigungen vorweisen konnten. Während des Transportes in geschlossenen Güterwagen ohne Frischluft- und Wasserzufuhr ersticken viele oder mußten in Exkrementen waten. Wer den Transport überlebte, wurde in die Gaskammern geschickt; die Leichen wurden in Krematorien beseitigt.

Jüdischer Friedhof

Der Jüdische Friedhof war Schauplatz vieler Exekutionen und Ort für die Bestattung der innerhalb und außerhalb des Ghettos Ermordeten. Auch er wurde durch die Nazis geschändet und zerstört, die Gräber verwüstet oder weggebracht.

Städtischer Friedhof an der Oracka-Straße

Zwischen 1942 und 1945 erschossen Helfershelfer der deutschen Polizei hier 500 bis 600 Menschen, darunter Polen und Juden. Unter den hier während der Ghettobeseitigung ermordeten Menschen finden sich auch ungefähr 60 kranke und transportunfähige Juden.

Hügel Uzbornia

Am 18. Dezember 1939 wurden an dieser Stelle über 50 Männer erschossen, darunter auch Juden. Die Exekution war die Rache für einen Anschlag, der zwei Tage zuvor von Mitgliedern der polnischen Organisation „Orzeł Biały” gegen die deutsche Gendarmeriewache ausgeführt worden war.

Hof des Amtsgerichts

Am 10. November 1942 brachte die deutsche Polizei im Rahmen der zweiten Ghettobeseitigungsaktion eine Gruppe von etwa 150 Juden aus dem Gefängnis in Wiśnicz zum Arrest ins Amtsgericht, um ein Kontingent von 1000 Gefangenen für den Konzentrationslagertransport aufzufüllen. Drei kranke Gefangene wurden auf dem Hof sofort erschossen.

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